11. Februar 2026 - Bahnhofsareal Gauting - Jetzt oder nie. Wie geht es weiter ?

 

 

Veranstaltung mit Dr. Matthias Ilg und Dirk Loesch (Moderation)

bosco, 11. Februar 2026, 19 Uhr

 

Ausschreibung eines Erbbaurechts für das Grundstück Bahnhofplatz 1 in 82131 Gauting (entwidmetes Bahnhofsgebäude):

https://d2qfnj9mv71tll.cloudfront.net/b020350e-361a-4347-88a5-0bcc278c7197-1988282185.pdf

 

Frage aus dem Publikum: Warum dauert die Ausschreibung nur so kurz?

M. Ilg: Die Grünen haben sich im Gemeinderat für eine längere Ausschreibung eingesetzt. 

Beitrag aus dem Publikum (W. Meiler): Aus seiner Sicht gehöre der Bahnhof komplett ersetzt, er hätte damals für einen Abriss gestimmt. Durch eine Sanierung sei die Klinkeroptik gar nicht mehr zu erreichen und auch eine Barrierefreiheit wäre sich im bestehenden Gebäude schwierig umzusetzen.

Forderungen aus der Ausschreibung:

  • Das Kerngebäude muss erhalten bleiben, die Anbauten können zurückgebaut/abgerissen werden.
  • Das Erdgeschoss soll in einer überwiegend dem Interesse der Allgemeinheit dienenden Weise genutzt werden, für OG und DG wird eine allgemeine gewerbliche Nutzungen oder eine Wohnnutzung zulässig sein.
  • In der Ausschreibung ist außerdem festgelegt, dass Architektur und Fassadengestaltung sich gut in das Ortsbild einfügen und die planerischen Vorüberlegungen des städtebaulichen Entwurfs des Architekturbüros Beer/Bembé/Dellinger aufgegriffen werden sollen.

Zum Bahnhofsareal gehört aber mehr als nur das Bahnhofsgebäude!

Ideen aus der Präsentation von M. Ilg:

  • Der Bahnhof könnte nach Westen durch Bau einer Rampe barrierefrei gestaltet werden (dann bräuchte es auch keine 2 (störanfälligen) Aufzüge mehr, sondern nur noch einen) – das ginge vielleicht auch relativ kurzfristig. Aus dem Publikum kommt der Hinweis auf den Bahnhof in Riem, wo eine Rampe gebaut wurde.
  • Gauting sollte wieder einen Regionalbahnhalt bekommen (kürzere Fahrtzeit (15min) aus München als mit der S-Bahn heute (27min))! Das war schon mal machbar und ist belegt für den Fahrplan 1982.  Warum also nicht wieder?
  • Steg statt oder zusammen mit Unterführung? (Beispiel Göppingen (Überführung und Unterführung  und Odense Dänemark (Bahnhofgebäude als Brücke über den Gleisen)
  • Der P&R-Platz ist zu wertvoll, um als reiner Parkplatz genutzt zu werden (~ 11.000qm) → M. Ilg sieht hier großes Potential für Gewerbe (Beispiel Göppingen, MDAX-Firma Teamviewer direkt am Bahnhof, Hauptgewerbesteuerzahler dort). Das Areal hat – konservativ geschätzt – einen Wert von um die 15 Millionen Euro. Lediglich zum Parken ist die Fläche zu schade, da dadurch jedes Jahr dem Haushalt um die 500 000 Euro entgehen. 
  • Für die S-Bahn ist der P&R-Platz wenig bedeutend, da nur ca 5% der Gautinger S-Bahnfahrgäste davon profitieren können. Zudem ist der Gautinger Bahnhof mittlerweile in ein gutes Busnetz eingebunden. (z. B. X-Bus nach Unterbrunn usw.). 

 

Frage: Warum wurde nur das Gebäude ausgeschrieben und nicht das gesamte Areal?

M. Ilg: Lieber kleine, handhabbare Schritte gehen ist wichtig um in die Umsetzung zu kommen. Klar muss man die richtigen Teilabschnitte beieinanderhalten um eine sinnvolle Entwicklungschance zu haben.  

Einwurf von Gemeinderat Heinz Moser: Bei der Entwicklung des Parkplatzes stößt man immer wieder an Grenzen, eine Tiefgarage trägt sich wirtschaftlich nicht. Ursprünglich war auch einmal eine Parkpalette (einfachere Bauweise als ein Parkhaus) angedacht gewesen.

Wunsch einer Zuhörerin: Es bräuchte einen Wettbewerb!

M. Ilg: Der sei bereits gelaufen, der Entwurf von Beer/Bembé/Dellinger hat ihn gewonnen. Auch eine zweimalige Bürger*innenbeteiligung hätte es gegeben. Wir sollten nicht wieder von vorne anfangen. 

Immer wieder kommt aus dem Publikum die Forderung nach einem Bürgerbahnhof auf, Christiane Lüst war nach einem Anstoß von Joachim Heinzelmann in Uelzen und hat sich den dortigen Bürgerbahnhof angesehen. Sie und weitere Mitstreiter*innen haben auch andere Bürgerbahnhöfe besichtigt, die Pläne dafür sind schon lange bereit, wurden von der Gemeinde nicht aufgegriffen. 

Der Wunsch nach einer echten Bürgerbeteiligung an „unserem“ Bahnhof ist sehr groß!

Einer Zuhörerin fehlt das Gesamtkonzept für den Innenort.

M. Ilg: Es gibt einen Bebauungsplan fü die zentrale Bahnhofstrasse aus dem Jahr 2019. Dieses legt aber nur fest,dass dort keine Vergnügungsstätten entstehen sollen. Das eigentliche Dokument ist noch aus dem Jahr 1958 und handgezeichnet. 

Frage nach dem Hotel Simon, ist es verkauft? → Antwort: nichts offiziell bekannt. 

Eine Zuhörerin erkundigt sich nach dem Post-Areal →  der vorhabenbezogene Bebauungsplan ist bereits in Kraft gesetzt:

https://buergerinfo-gauting.digitalfabrix.de/vo0050.asp?__kvonr=18226

Anregung aus dem Publikum: Beim Bau des Kinos war die jetzige Böschung eigentlich als Treppenstufen gedacht – Begründung der Gemeinde, warum es nicht ging: das gehöre bereits zum Bürgersteig. Könnte man da nochmal nachhaken, ob es nicht doch möglich wäre, um dort eine Steigerung der Aufenthaltsqualität zu erhalten? 

 

Aufforderung aus dem Publikum, den Mut zu haben, Dinge einfach mal eine Zeitlang (ruhig auch erst mal provisorisch installiert) auszuprobieren und neue Wege zu gehen (Verkehrsführung, ruhender Verkehr). Und dann könne man immer noch nachjustieren. Man habe doch gerade jetzt gesehen dass die wegen Baustelle nicht verfügbaren Parkplätze an der Raiffeisenbank keine Auswirkung auf das EInkaufsgeschehen hätten. 

Heinz Moser, Gemeinderat: Beim Verkehr darf man nicht nur den Autoverkehr betrachten! Eine Zählung hat ergeben, dass zu Stoßzeiten genau so viele Fußgänger*innen und Radfahrende unterwegs sind wie Autos (sie sind nur weniger sichtbar aufgrund ihrer Größe).

M. Ilg weist darauf hin, dass vor und seitlich des Bahnhofs Zebrastreifen nötig und auch machbar wären. (Siehe Verkehrsspaziergang mit Dr. Markus Büchler.),

Frage: Warum gibt es keinen Fußweg auf dem Weg von der S-Bahn zum P&R-Platz? Dort mittendurch zu laufen und immer darauf schauen zu müssen, wo gerade ein Auto ausparkt, ist nicht gerade angenehm.

Anmerkung aus dem Publikum: Der Bürgersteig von den Bussen zum Bahnhof endet am Fahrradständer – das ist nicht barrierefrei! Wie kommt man darauf sowas zu machen.

Antwort M. Ilg: Dabei handelt es sich um die noch nicht wieder abgeholten Leihradständer des MVV. Da das neue Verleihmodell (gerade angekündigt) keine fixen Ständer mehr benötigt kann man diese ja nun wirklich abholen und das Problem beseitigen. 

Frage: Gibt es für die Sanierung des Bahnhofs eine Vorgabe für eine Wartehalle/-möglichkeit

Und: Es braucht eine saubere, für alle nutzbare Toilette!

M. Ilg: Wunsch angekommen. Leider derzeit in der Ausschreibung beides nicht zwingend gefordert. 

Einwurf aus dem Publikum: Man sollte auch die Deutsche Bahn immer wieder an ihre Verantwortung erinnern (Thema Sauberkeit in der Unterführung, undichtes Dach Bahnsteig) – laut M. Ilg können Hartnäckigkeit und Bürgerengagement da durchaus etwas bewirken! 

Frage: War nicht auch geplant, dass der Markt vom August-Hörmann-Platz verlegt wird? Das wäre eine gute Chance, den Bahnhofsbereich attraktiver zu machen.

Antwort: ja, der Entwurf von BBD sieht einen Marktplatz vor. 

 

Anette Stautner vom Bund Naturschutz betont die Wichtigkeit von Gebäudebrüter-Steinen – diese müssten eigentlich in alle neuen Gebäuden Pflicht sein und es sollten auch bei jedem neuen Gebäude Planer*innen und Architekt*innen darauf achten, dass für Vögel keine gefährlichen Situationen entstehen (Glasscheiben!).

 

M. Ilg verspricht, sich dafür einzusetzen – leider rückt in letzter Zeit das Thema „Umwelt- und Naturschutz“ immer weiter in den Hintergrund. Und das Artensterben laufe derzeit als stille Katastrophe im Hintergrund ab. 

Im Zusammenhang damit wird erfragt, ob bei Baumfällungen kontrolliert wird, dass die gemeindlich angeordnete Nachpflanzung entsprechend der Nachpflanzliste erfolgt. 

Antwort M. Ilg: Nehme ich mit und frage bei der Verwaltung nach ob die Verwaltung systematisch schaut. Mir sind aus dem Gemeinderat keine Bericht über Beanstandungen bekannt. 

Anregung für die Gemeinde-Homepage und zur Kommunikation mit den Bürger*innen generell:

Es wird gewünscht, dass Informationen zu laufenden Projekten einfach(er) zu finden sind, am besten kurz und verständlich zusammengefasst.

 

Antwort M. Ilg: Da stimme ich zu. Kommunikation ist ein Riesenthema. Ich sehe, dass die Gemeinde sich da wirklich anstrengt. Einen knappen, gut übersichtlichen Status zu den Projekten auf einer Seite gibt es aber in der Regel nicht. 

 

FAZIT:


Der Bahnhof ist identitätsstiftend für Gauting, ein Bürgerbahnhof steht groß auf der Wunschliste. Wir nehmen den Auftrag mit, die eingereichten Konzepte kritisch zu bewerten.

 

Wichtig ist dass wir Momentum aufbauen um das Bahnhofsareal zu einem positiven Ortskern zu entwickeln. 

 

© Dr. Matthias Ilg 2026. Alle Rechte Vorbehalten. 

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